Singebewegung

Für eine Genossin

1. Strophe: Zehn Tage, Soldat und wir stellten uns an, es fand die Vereinigung statt. Ich erhielt eine Waffe von ’nem alten Mann, der noch sagte, dass sie ’nen Namen hat – die Genossin Kalaschnikow. 2. Strophe: Ich sagte, ich weiß, und stand wieder stramm. Das Rohr des Gewehres war kalt. Die hinter und neben mir, auch ich war nun ein Stück von dieser Gewalt – der Genossin Kalaschnikow. 3. Strophe: Mit ihr steht die Wache am Kreml stabil und Hoffnungen am Roten Fluss, weil der Friede nicht...

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Soldatenlied

1. Strophe: Wenn ich in sechs Wochen dann bei den Soldaten bin, werd ich euch vermissen und mich nach euch sehnen bestimmt. Und ich sage euch, es wird Verlass auf mich sein, und dass mir keiner die Erinnerung an diese guten Tage nimmt. Refrain: Ich sag euch: Jeder Soldat ist so stark wie seine Freunde freundlich sind und wie die Stadt, die ihn geboren hat. Jeder Soldat, das wissen auch die Feinde, steht wie ein Baum, wenn er sein Land im Rücken hat. 2. Strophe: Wenn ich an eure Gesichter denke und an euer Lachen, wird mir das...

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Kleines Friedenslied

1. Strophe: Wir haben einen Frieden vor, wie keiner war bis heut, seit auf der Erde Menschen gehen ein Frieden weit und breit. 2. Strophe: Der Krieg begann, so glaubte man, wenn wer zum Schwerte griff. Und Frieden wurde es genannt, wenn man die Schwerter schliff. 3. Strophe: Und warn die Väter schon zu tot, die Söhne noch zu klein, um als Soldat ins Feld zu ziehn, dann mochte Frieden sein. 4. Strophe: Und war die ganze Stadt verbrannt, dann kam ein Friedensjahr, dass sich der Krieg erholen konnt und all...

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W-50-Fahrer in Angola

1. Strophe: Sie kamen nicht her, um für Schlagzeiln zu sorgen im heimischen Blätterwald, die steigen ins Fahrerhaus früh am Morgen, da dampft schon der graue Asphalt. 2. Strophe: Da geht’s noch durch unkontrollierte Gebiete mit Brot, Kaffee, Reis oder Fisch, doch sitzen in jeder armseligen Hütte zu viele um einen Tisch. 3. Strophe: Panne im Dschungel, da stehn sie drüber, bei Regengüssen auch, aber wenn geschossen wird, legt man sich lieber sehr flach auf den Bauch. 4. Strophe: Sie müssen...

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Ermutigung

Wenn sich zwei in ihre Liebe schlagen, wie in Mäntel gegen Zeit und Wind und nach nichts als nach sich selber fragen, machen sie auch ihre Liebe blind. Zeit und Wind wird ihren Kuss verwehn. Zeit und Wind wird ihren Kuss verwehn. Wenn sich zwei in ihre Liebe schlagen, machen sie auch ihre Liebe blind. Liebe lässt sich nur zu zweit ertragen, wenn die Türen, die zur Welt gehen, offen sind.

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Ökonomie der Zeit

1. Strophe: Nehm wir mal an, so ein Langstreckenläufer läuft tausend Meter in fünf Komma drei. Da läuft er gemütlich, schaut sich noch um und die anderen laufen an ihm vorbei. Nehm wir mal an, das passierte im Ausland mit einem unserer Spitzenstars. Ja, da sagten doch alle, Mensch, bleib du zu Hause, erspar uns Devisen und die Blamage. 2. Strophe: Nehm wir mal an, jemand fährt zu ’ner Messe mit unserem fetten Kassettentonband. Er sieht andre Stände, reibt sich die Hände und denkt, jetzt hat er den Markt...

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Genossen, hoch die Gläser

1. Strophe: Genossen, hoch die Gläser, wir stoßen auf sie an. Wie leicht vergisst man doch im Kampf den eigenen Nebenmann. He-la-di-la-di-la-di-ho, he-la-di-la-di-la-di-ho, he-la-di-la-di-la-di-he, he-la-di-la-di-la-di-ho. 2. Strophe: Die Gläser unsrer Hoffnung, wir fülln sie bis zum Rand. Der Morgen kommt mit jedem Glas und jedem roten Land. He-la-di-la-di-la-di-ho, he-la-di-la-di-la-di-ho, he-la-di-la-di-la-di-he, he-la-di-la-di-la-di-ho. 3. Strophe: Die Freiheit, die wir meinen, stellt kein Beschluss uns her....

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Ich brauche…

1. Strophe: Ich brauche zum Leben verlässlichen Frieden zum Leise- und zum Stillesein um sommers im gelben Kornfeld zu liegen zum Kindermachen, zum Kinderkriegen, zum Traurigsein, zum Albernsein. 2. Strophe: Ich brauch ihn für all die brennen den Fragen, dass ich eine Antwort finden kann, um früh in der Straßenbahn zu fahren, zum Witze lernen, zum Meinungen sagen, ich brauche ihn, dass ich leben kann. 3. Strophe: Das Haus, in dem ich wohne, ist rissig von Zeit. Es brach ihm die Haut vor Weh im Krieg. Das Foto...

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… und Freundschaft halten, Kinder

1. Strophe: Lernt, wie schwer die Erde wiegt und warm anziehn im Winter, dass keiner mir den Schnupfen kriegt, bevor er auf die Venus fliegt, und Freundschaft halten, Kinder. 2. Strophe: Fragen, was ihr noch nicht wisst, nur Äpfel sind gesünder, schaut, was hinterm berge ist und die blauen Wimpel hisst, und Freundschaft halten, Kinder. 3. Strophe: Einen dicken Schneemann baun mit Rübe und Zylinder, niemals einen Schwäch’ren haun, roh Rhabarberstangen kaun, und Freundschaft halten, Kinder. 4....

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Es ist nun endlich an der Zeit

1. Strophe: Es ist nun endlich an der Zeit, dass weltenweit die Erde von Not und blutgetränktem Streit, vom Krieg gereinigt werde. Es stehn bereit, ganz unverzagt die neuen Friedensheere. Es sei nicht mehr der Mensch geplagt, beraubt an Gut und Ehre. 2. Strophe: Es wird nicht leicht von Erden gehen, das alte Handwerk rauben es nennt sich gut und macht sich schön und jedermann solls glauben. Doch muss es wohl am Ende sein, drum hüllt es sich in Waffen, pflegt seltener den schönen Schein als wärs noch so zu...

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Ich habe eine Freundin

1. Strophe: Größer ist sie schon als ich, dicker nicht zu knapp, wenn ich’s brauch, beschützt sie mich, Mann, da schnall‘ ste ab. Refrain: Ich habe eine Freundin, die ist sehr schön, aber das kann nun mal nicht, aber das kann nun mal nicht, aber das kann nun mal nicht jeder sehn. Aber das kann nun mal nicht, aber das kann nun mal nicht, aber das kann nun mal nicht jeder sehn. 2. Strophe: Schaut so, wie ein kluger Frosch, dass ich sie mit Recht nicht für eine Märchenfee tauschen kann und möchte. Refrain: Ich...

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Mailied – Schaut, wie es taut auf den Wiesen

1. Strophe: Schaut, wie es taut auf den Wiesen, knospendes Grün atmet frei. Der Frühling kommt und will es wissen. Ihr Leute, was für ein Mai. 2. Strophe: Im Mai, als unsre Lieder neu erwachten, als das Leben wiederkam wie in jedem Mai, am achten, als im Mai ein neuer Mai begann. 3. Strophe: Blüten, Blütenstaub zündet die Wiesen an, dass es im Herzen taut und es brennen kann. Brennend, brennend heiß lodert die rote Glut, schmilzt das kalte Eis wie tut Wärme gut! 4. Strophe: Der Frühling kommt und...

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Genossen, der Tag hat zu wenig Stunden

1. Strophe: Genossen, der Tag hat zu wenig Stunden. Genossen, was haben wir heute geschafft? Wir haben uns ehrlicher Mühe geschunden, verbraucht ist viel Kraft, Aha. 2. Strophe: Genossen, wir könnten uns doch bescheiden, die Knochen tun uns weh und sind hin. So lange jedoch unsre Köpfe nicht leiden, ist noch was drin. 3. Strophe: Ein Hoch der Erfindung, den Leerlauf zu senken. Ein Hoch jedem Kopf, der genussvoll sich regt; wir haben den Spaß, für uns selber zu denken, dass die Welt sich...

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Freiheit, hoch das Menschenrecht

1. Strophe: Wenn da Ordnung in der Welt ist, das heißt Ordnung mit dem Geld ist, das der eine eben hat und der andre wird nicht satt, räkelt sich das Kapital und es übet den Choral, während’s den Profit verzecht: Freiheit, hoch das Menschenrecht. 2. Strophe: Aber wehe, wenn die Massen sich das nicht gefallen lassen. Wenn sie auf die Straßen gehen, wo die roten Fahnen wehn. . . Dann bestimmen die Gewehre und nicht mehr die Jubelchöre, was da falsch ist oder echt: Freiheit, hoch das Menschenrecht. 3....

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Die Sache der Kinder

1. Strophe: Weiß nicht, wie’s ist: Hunger zu haben, weiß nicht, wie’s ist: ohne Mutter zu sein, weiß nicht, wie’s ist: den Freund zu begraben, gibt Kinder, die sind dafür nicht zu klein. Weiß nicht, wie’s ist: der Hautfarbe wegen zu meinen, dass man was Besseres wär, weiß nicht, wie’s ist: machte man mir deswegen und meinen Eltern das Leben schwer. Refrain: Was ist nun Sache der Kinder? Gibt nichts, was uns nicht angeht, alles ist Sache der Kinder, auch Solidarität. 2. Strophe: Weiß...

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Sie sind die Mehrheit

1. Strophe: Man kann sie nicht beschenken, nicht mit Geld, noch Ideen, denn was sie sich genommen – von ihnen ist’s gekommen, die Macht und was wir sehn: Fabriken und die Städte und Parks und Schlösser auch, die Telegraphendrähte und selbst ein Gartenschlauch! Refrain: Sie sind die Menschheit, die vielen, die meisten. Nicht graue Masse, Klasse sind sie. Um ihre Zukunft ist mir nicht bange. Sie kommen von sehr weit und gehen noch lange, sich und die Welt ändernd in jeder Zeit. 2. Strophe: Dumm, ihnen...

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Was der Mensch zum Leben braucht

1. Strophe: Der Eremit, so einsam er auch sei auf seinem Fels am Meer, hat seine Menschenart erlernt, erlernt bei seinesgleichen. Den Gebrauch der Sprache und des Werkzeugs auch, bevor er sich gekränkt entfernt. Auch deshalb existiert er so als Teil der Menschheit, die er floh. Refrain: Denn was der Mensch zum Leben braucht, sind Menschen, denn es besteht der Mensch nur aus Beziehungen zum Menschen! 2. Strophe: Wer nur für Dinge existiert, der hat sich selbst exmittiert von seinem Platz, auf den er zwischen uns gehört. Er...

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Diktatur des Proletariats

1. Strophe: Und anders geht das nicht, mein Junge, die Welt ist anders nicht zu ändern. Wir standen, ach so oft, zu oft verzweifelt an den Gräberrändern. Schließ zu dein Herz, ich rat es dir, vorm Tage des Verrats. Wir brauchen unsre Diktatur des Proletariats. 2. Strophe: Sie haben uns niemals geschont. Wir haben viel zu oft gezögert. Uns hat der Tod dafür belohnt und sich mit uns verschwägert. Schließ zu dein Herz, ich rat es dir, vorm Tage des Verrats. Wir brauchen unsre Diktatur des...

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Fragen

1. Strophe: Sag, wie soll ich sprechen, heimlich oder grad, biegen oder brechen, gib mir einen Rat. Sag, wie soll ich denken, an uns oder an mich, hab nichts zu verschenken, brauch mein Bett und Tisch. Sag, wie soll ich wohnen, soll ich hinter Glas meine Seele schonen – ich hab keinen Gast. 2. Strophe: Sag, wie soll ich schlafen, mit dir oder allein, verlässt du meinen Hafen, muss ich traurig sein. Sag, wie soll ich weinen, fall ich dir zur Last, weil du selber deinen eignen Kummer hast? Sag, wie soll ich tragen...

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Am Abend

1. Strophe: Am Abend legen die Träume ihre Stirne an den Mond, fragen mit schweren Seufzern, ob dieser Kampf sich lohnt. Jeder kennt einen, der leidet, mehr, als man leiden soll. Ach, und das Herz ist den Träumern immer übervoll. 2. Strophe: Am Abend kommen die Spötter mit dem Lächeln um den Mund. Schmälern uns jeden Posten, machen zum Gramm das Pfund. Kommen uns gern mit Zitaten, keiner bleibt da verschont. Ach, und sie wollen uns raten: Nichts hat sich gelohnt. 3. Strophe: Am Abend kommen die Zweifler mit...

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